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PKAs, nur eine Lösung für Landwirte und Entwicklungsländer? – Mitnichten.

Pflanzenkläranlagen – eine fachliche Einordnung eines n-tv-Artikels.

vonManuel Schmelzle/20. Februar 2026 13:19
Häusliches Abwasser, Innovation und Forschung, Pflanzenkläranlage

Ein auf n-tv erschienener Beitrag mit dem Titel „Wie man Abwasser natürlich reinigen kann“ zeichnet auf den ersten Blick ein positives Bild von Pflanzenkläranlagen. Gleichzeitig enthält der Artikel jedoch mehrere Formulierungen, die ein unterschwelliges Narrativ transportieren: Pflanzenkläranlagen erscheinen als sinnvolle Lösung für Entwicklungsländer oder kleine ländliche Anwendungen – nicht jedoch als professionelle Abwasserlösung in Deutschland.

Als Planer und Betreiber von bepflanzten Bodenfiltern mit über 30 Jahren Erfahrung möchten wir einige Punkte fachlich einordnen und präzisieren.

1. Flächenbedarf und „begrenzte Reinigungskapazitär“

„So sind die dafür nötigen Becken raumgreifend und können gleichzeitig nur ein begrenztes Volumen an Wasser säubern.“

Dass bepflanzte Bodenfilter einen höheren Flächenbedarf als hochverdichtete technische Systeme haben, ist fachlich korrekt. Der zweite Teil des Satzes suggeriert jedoch ein spezifisches Defizit.

Jede Abwasserbehandlungstechnologie – ob Belebtschlamm, SBR oder Membranverfahren – ist hydraulisch und biologisch begrenzt. Jede Anlage kann nur eine definierte Menge Wasser pro Tag behandeln. Die Dimensionierung erfolgt immer auf Basis von Einwohnerwerten, Frachten und hydraulischen Spitzen.

Bepflanzte Bodenfilter sind keine „kleinen“ Systeme – sie sind flächenoptimierte, belastungsabhängig ausgelegte Reaktoren mit klar definierter Leistungsfähigkeit. In Deutschland werden sie normgerecht geplant und erfüllen dieselben Ablaufanforderungen wie konventionelle Verfahren.

2. Geruchsentwicklung

„Doch der Geruch ist zeitweise ungewöhnlich.“

Von korrekt geplanten und betriebenen vertikal durchströmten Pflanzenkläranlagen geht kein Geruch aus.

Geruchsprobleme entstehen bei anaeroben, überlasteten oder falsch dimensionierten Systemen – unabhängig vom Verfahren. In bepflanzten Bodenfiltern herrschen überwiegend aerobe Bedingungen. Referenzanlagen können jederzeit besichtigt werden; sie sind geruchlich nicht wahrnehmbar.

Die pauschale Formulierung im Artikel wird der technischen Realität moderner Pflanzenkläranlagen nicht gerecht.

3. Rolle der Pflanzen

„Die Pflanzen sorgen vielmehr dafür, dass sich der reinigende Biofilm bilden kann.“

Richtig ist: Die eigentliche Reinigungsleistung wird durch Mikroorganismen erbracht.

Die Pflanzen unterstützen das System, sind jedoch nicht die primäre Ursache der Abbauleistung. Ein unbepflanzter Bodenfilter kann nahezu vergleichbare Reinigungsleistungen erzielen. Die entscheidende Funktion der Vegetation liegt in:

  • langfristiger Stabilisierung der hydraulischen Durchlässigkeit

  • Wurzelstrukturierung des Filterkörpers

  • Sauerstoffeintrag in begrenztem Umfang

  • Vermeidung von Kolmation über Jahrzehnte

Pflanzenkläranlagen sind mikrobiologische Reaktoren mit Vegetationsunterstützung – keine „Pflanzenreinigungsbecken“.

4. Schwankende Wassermengen

„Schwankende Wassermengen sind schwierig.“

Hydraulische Schwankungen sind für jedes Klärsystem eine Herausforderung.

Bepflanzte Bodenfilter verfügen jedoch über ein hohes Puffervolumen im Porenraum und reagieren vergleichsweise robust auf Lastwechsel. Gerade in dezentralen Anwendungen mit diskontinuierlichem Zufluss zeigen sie sich betriebssicher.

Die Aussage im Artikel ist daher nicht falsch, aber unspezifisch – sie gilt für alle biologischen Verfahren gleichermaßen.

5. Verwendung biologisch abbaubarer Reinigungsmittel

„Darüber hinaus sollten Menschen bisher nur biologisch-abbaubare Körperpflege- und Reinigungsmittel verwenden, wenn das Wasser in eine Pflanzenkläranlage soll.“

Diese Aussage ist fachlich nicht haltbar.

Pflanzenkläranlagen in Deutschland sind auf die Behandlung von häuslichem Abwasser ausgelegt – einschließlich üblicher Haushaltschemikalien. In mehreren unserer Anlagen wird Abwasser aus Tierheimen behandelt, in denen regelmäßig Desinfektionsmittel eingesetzt werden.

Solche Anlagen erfüllen dennoch die behördlich geforderten Ablaufwerte.

Natürlich ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Chemikalien generell sinnvoll – jedoch nicht speziell für Pflanzenkläranlagen, sondern für jede Form der biologischen Abwasserbehandlung.

Pflanzenkläranlagen sind keine „Entwicklungshilfe-Technologie“

Die Darstellung im n-tv-Artikel vermittelt unterschwellig, dass Pflanzenkläranlagen vor allem in Regionen ohne technische Infrastruktur sinnvoll seien.

Tatsächlich sind bepflanzte Bodenfilter in Deutschland:

  • normativ geregelt

  • seit Jahrzehnten bewährt

  • großtechnisch realisiert

  • wirtschaftlich konkurrenzfähig

  • energieeffizient

  • betriebssicher

Sie sind kein Provisorium, sondern eine ausgereifte Form naturnaher Abwassertechnik.

Fazit

Der n-tv-Artikel trägt zur öffentlichen Wahrnehmung naturnaher Systeme bei – das ist grundsätzlich positiv. Einige Formulierungen vereinfachen jedoch technische Zusammenhänge oder setzen implizite Wertungen.

Pflanzenkläranlagen sind keine romantische Alternative, sondern professionelle, wissenschaftlich fundierte und normgerecht betriebene Abwasseranlagen.

Als Ingenieurbüro mit über 30 Jahren Erfahrung stehen wir für eine sachliche Diskussion auf Basis technischer Fakten. Unten einige Fotos unserer Projekte (mit Link), die unsere Aussagen unterstreichen.

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